天下莫柔弱於水
而攻堅強者 莫之能勝

Tiānxià mò róuruò yú shuǐ.
Ér gōngjiān qiángzhě, mò zhī néng shēng.

Auf der ganzen Welt, gibt es nichts Weicheres und Schwächeres als Wasser.
Und doch, in der Art, wie es dem Harten zusetzt, kommt nichts ihm gleich.
Lao Tse

Traditionelle Chinesische Medizin heilt sanft. Die Ärzte des antiken Chinas entwickelten über Jahrtausende ein raffiniertes Verständnis für die Prozesse des menschlichen Körpers. Durch genaue Bobachtung und über die Generationen weitergegebene Erfahrungen sammelte sich ein Wissensschatz an, der auch heute noch gültig ist, um Gesundheit herzustellen und zu erhalten.

Dieser Zustand von Gesundheit zeichnet sich dadurch aus, dass er leicht und mühelos ist. Um ihn zu erreichen gilt es, die Sprache des Körpers zu verstehen, seine Bedürfnisse zu erkennen und ihm zu geben was er braucht, so dass er sich möglichst von alleine wieder in Balance bringen kann.

Fotolia_60483220_frei_schatten

Dieses Prinzip wird durch das Symbol von Yin und Yang dargestellt. Es stellt die einfachste Form der Balance dar. Alles was existiert hat Polaritäten, wie Oben und Unten, Innen und Aussen, Weich und Hart. Im Symbol von Yin und Yang sind diese Polaritäten harmonisch verteilt. Gleichzeitig deutet es durch seine ineinander fliessende Gestaltung an, dass Polaritäten ständig wechseln. Was oben ist sinkt nach unten, was unten ist, steigt auf. Weiches kontrahiert und verfestigt sich und Festes löst sich irgendwann auf. Im harmonischen Fall, folgen diese Wandlungen einer lebensfördenden Ordnung.

Wenn dieser Wandel der Polaritäten hingegen unharmonisch geschieht, geht die Balance verloren. Der Wandel geschieht nicht mehr mühelos, zusätzliche Energie muss aufgewendet werden.

Traditionelle Chinesische Medizin ist eine Kunst, dieses natürliche Gleichgewicht der Kräfte innerhalb des Körpers herzustellen und zu fördern. Dabei beachtet sie Zusammenhänge zwischen Regionen auf der Körperoberfläche (Meridiane und Akupunkturpunkte), inneren Organen, Körperfunktionen, Arten von Körpergewebe, Emotionen, klimatischen Einflüssen und Tages- und Jahreszeiten.

Diese Zusammenhänge werden in fünf übergeordnete Elemente aufgeteilt die zusammen, so wie Yin und Yang, wieder ein harmonisches Ganzes ergeben.

wu_xing_frei_glow

Der TCM-Therapeut erstellt nach Ertasten des Pulses und der Betrachtung der Zunge, sowie dem Einordnen der geschilderten Symptome eine Diagnose.

Nach dieser Diagnose wird ein Behandlungsplan erstellt. Bei der Behandlung kommen Methoden wie Akupunktur, Moxibustion, Kräutertherapie, Tui Na, Schröpfen und Gua Sha zum Einsatz.

Ein Behandlungszeitraum kann im akuten Fall sehr kurz sein und über wenige, dicht aufeinanderfolgende Sitzungen verlaufen oder, im chronischen bzw. begleitenden Fall, auch über ganze Lebensphasen.

 

Traditionelle Chinesische Medizin wird in China seit Jahrtausenden für fast alle Erkrankungen des Menschen verwandt. Wie alle alten Heilweisen, die älter sind als die moderne Naturwissenschaft, basiert die TCM auf einem Weltbild, das durch Erfahrungen und Interpretation entstanden ist. Ihre Wirkung ist daher naturwissenschaftlich oft nicht schlüssig nachvollziehbar.

In den letzten zwei Jahrzehnten wurden verstärkt Studien unternommen um ihre Wirksamkeit nach modernen empirischen Standards zu überprüfen. Die World Health Organization (WHO) hat eine Auswertung dieser Studien veröffentlicht.